Eigen/Sinn – Werke aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, ausgestellt im Bundesrat Berlin

Trak Wendisch

Lange Zeit setzte sich Trak Wendisch in all seinen künstlerischen Ausdrucksmedien – Bildhauerei, Malerei, Zeichnung – vornehmlich mit dem Menschenbild auseinander. Mit expressivem Gestus verwandelte er seine Bildfiguren zu Synonymen existenzieller Daseinsformen.

Wendischs Werk ist geprägt von den Ambivalenzen menschlichen Lebens. Stärke und Schwäche, Gewalttätigkeit und Hilflosigkeit, Hoffnung und Schrecken. Elementare, psychische Zustände sind also wesentliche Themen seiner Arbeit. Häufig verrenken sich die Protagonisten seiner Bilder nahezu akrobatisch, wirken oftmals angespannt oder so, als wären sie einer ekstatischen Trance verfallen. Die Bandbreite der verwendeten Medien ist dabei groß: Der Berliner arbeitet mit Malerei, Zeichnung, aber auch Skulptur. Die grob geschnittene und roh geschnitzte Form dieser Skulpturen verleiht diesen dabei zusätzliche Expressivität und Dringlichkeit. Michael Freitag schreibt dazu: „Wendischs Figuren sind keine Plastiken im ursprünglichen Sinn. Sie sind der Zeichnung entsprungene Materialisation…“. In den 1980er-Jahren war Trak Wendisch neben Künstlerinnen und Künstlern, wie beispielsweise Sabine Herrmann und Klaus Killisch, einer der wesentlichen Vertreter der jungen und wilden Generation im Osten Deutschlands.

Bildauswahl

Trak Wendisch, 1958 in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Berlin

1977 – 1982 Studium der Malerei, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

seit 1982 freischaffend in Berlin

1985 Meisterschüler, Hochschule für Bildende Künste Dresden

1992 – 1995 Gemeinschaftsprojekt u. a. mit Ludwig Rauch „Burg Goldbeck“ bei Wittstock

1992 – 2010 Arbeitsaufenthalte in Brasilien, Costa Rica, Mexiko, Venezuela