Eigen/Sinn – Werke aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, ausgestellt im Bundesrat Berlin

Helga Paris

Seit Mitte der 1960er-Jahre lebt die Fotografin Helga Paris in Berlin-Prenzlauer Berg. Dort beginnt sie in den frühen 1970er-Jahren die Menschen in der Nachbarschaft zu fotografieren. Ihre Motive findet sie in Wohnungen, Kneipen, Pausenräumen und Werkhallen, auf Straßen und Bahnhöfen. Geschult durch die Malerei der Moderne, das frühe sowjetische, italienische und französische Kino, das Theater und die Poesie, entwickelt die fotografische Autodidaktin seit fast fünf Jahrzehnten und anhaltend bis heute ein umfangreiches Œuvre in zärtlich-nuancenreichem Schwarzweiß.

Doch sie ist nicht nur Chronistin des Prenzlauer Bergs. Helga Paris fotografiert auch in Halle, Leipzig, Siebenbürgen, Georgien, Moskau, Wolgograd und New York. Nicht anders als im heimatlichen Berlin geht es auch dort stets um die Frage, wie es sich anfühlt, dieses „In-der- Geschichte-sein“, wie sich die jeweiligen Umstände in das Privateste einschreiben. Die besondere poetische Nahbarkeit der Bildwelt von Helga Paris verdankt sich auch dem Verzicht auf jegliche Ideologisierung – immer ist ihr Blick zutiefst solidarisch.

Bildauswahl

Helga Paris, 1938 in Gollnow/Polen geboren, lebt und arbeitet in Berlin

1956 – 1960 Studium Modegestaltung, Fachhochschule für Bekleidung, Berlin; arbeitete als Dozentin für Kostümkunde und als Gebrauchsgrafikerin

1964 Aneignung Grundlagen Fotografie

1967/68 Fotolaborantin

ab 1968  freischaffende Fotografin, vor allem Alltagsfotografien in der DDR

1972 – 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler in der DDR

seit 1996 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (AdK)