Eigen/Sinn – Werke aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, ausgestellt im Bundesrat Berlin

Evelyn Richter

Ein gutes Bild, hatte Evelyn Richter einmal erklärt, müsse ein Sinnbild sein, müsse die Kraft des Erlebnisses enthalten, Emotionen verdichten und Inhalte transportieren. Die „Grande Dame der Fotografie“ – nicht grundlos eilt Evelyn Richter dieser Ruf voraus. Mit wenig Technik, aber dafür umso mehr Gespür für den symbolischen Augenblick, dokumentierte sie das Alltagsleben in der DDR.

Schon früh, im Alter von 15 Jahren, beginnt Evelyn Richter ihre Leidenschaft für die Fotografie auszuleben. Über Jahrzehnte hinweg ist dabei die Glaubwürdigkeit ihrer Aufnahmen deren wichtigster Grundpfeiler. Nichts an ihren Bildern wirkt manipuliert. Es ist das menschliche Leben, welches sie ablichtet – bis 1989 noch geprägt vom realen Sozialismus – direkt und unbeschönigt dargestellt. Zustande kommen diese sozialdokumentarischen Fotografien durch die Menge an Empathie, welche sie beim Schießen selbiger aufbringt. Serien über Menschen auf der Straße, über Reisende und Museumsbesucher, Porträts von Künstlern, Schriftstellern und Musikern aber auch eine Reihe von Selbstporträts entstehen so über einen Zeitraum mehrerer Jahrzehnte. Ihre Stilistik ist dabei betont subjektiv.

Ihre Aufnahmen – nie geprägt von Ideologien oder Modeerscheinungen – zeigen Evelyn Richter so als wache Zeitzeugin und engagierte Fotografin gesellschaftliche Zustände.

Bildauswahl

Evelyn Richter, 1930 geboren in Bautzen, lebt in Dresden

1946 – 1948 Ausbildung als Fotografin bei Pan Walther

1948 –1951 Laborantin, Vereinigten Gewerbestätten Dresden

1953 –1955 Studium der Fotografie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

ab 1955 freie Fotografin

1981 – 1991 Lehrtätigkeit, HGB Leipzig

1991 – 1992 Lehrtätigkeit, Fachhochschule Bielefeld